Versicherungen sind seit jeher mit Papier verbunden. Policen, Anhänge, Schadensmeldungen, Fälligkeitsmitteilungen und Rechnungsauszüge: Jeder Schritt in der Kette hinterlässt traditionell eine Spur von Dokumenten. Dieser Papierstrom hat seinen Preis, der über Druck- und Portokosten hinausgeht. Er belastet auch die Umwelt und damit die ESG-Ziele, an denen die Branche heute gemessen wird.
Eine Branche, die nach wie vor auf Papier basiert
Die Zahlen zeigen, wie groß der Papierfluss in der Versicherungsbranche ist. In Belgien tauschen Versicherungsgesellschaften und ihre Makler jährlich mehr als 100 Millionen Produktions-, Finanz- und Schadensmeldungen aus. Ein erheblicher Teil davon wird heute noch über Briefe und manuelle Nachverfolgung abgewickelt.
Diese Intensität fügt sich in ein umfassenderes Bild der Situation in Belgien ein. Der Papierverbrauch in unserem Land liegt bei einigen hundert Kilogramm pro Einwohner und Jahr deutlich über dem europäischen Durchschnitt von etwa 160 Kilogramm. Allein im Büro druckt ein Angestellter im Durchschnitt etwa 50 Kilogramm Papier pro Jahr aus. Für eine Branche, die auf dokumentenintensive Akten angewiesen ist, summiert sich das schnell.
Was Papier die Umwelt kostet
Jedes Blatt Papier hat einen versteckten Preis. Die Herstellung eines einzigen A4-Blattes verursacht laut Lebenszyklusanalysen etwa 4 bis 5 Gramm CO₂-Äquivalent und verbraucht darüber hinaus durchschnittlich etwa 10 Liter Wasser. Wer einen Laserdrucker verwendet, muss pro gedruckter Seite noch etwa 1 Gramm CO₂ hinzurechnen.
Auf Branchenebene summieren sich diese kleinen Beträge zu einem beträchtlichen Strom. Die weltweite Papier- und Zellstoffindustrie machte im Jahr 2014 bereits 5,6 Prozent des industriellen Energieverbrauchs und gehört zu den größten Verursachern von Treibhausgasemissionen. Hinzu kommen noch die Auswirkungen des Transports, der Lagerung und der Bearbeitung von physischer Post. Für einen Versicherer, der jährlich Millionen von Dokumenten bearbeitet, bedeutet Papier somit eine messbare Belastung in Bezug auf CO₂-Emissionen und Wasserverbrauch.
ESG und CSRD machen diese Auswirkungen messbar
Was lange Zeit eine Frage des guten Willens war, wird nun zur Berichtspflicht. Im Rahmen der europäischen Richtlinie zur Nachhaltigkeitsberichterstattung von Unternehmen (CSRD) berichten große Unternehmen, Banken und Versicherer ab dem Geschäftsjahr 2024 über ihre Nachhaltigkeitsleistungen, wobei die ersten Berichte ab 2025 vorliegen werden. Die Rechtslage entwickelt sich weiter, unter anderem durch das Omnibus-Vereinfachungspaket von Anfang 2025, doch die Richtung ist klar.
Ein entscheidender Bestandteil ist die Berichterstattung über Scope-3-Emissionen: alle indirekten Emissionen in der Wertschöpfungskette, von den Zulieferern bis zur Abfallentsorgung. Papier fällt genau in diese Kategorie. Verbrauch, Druckerzeugnisse, Briefpost und Archivierung fließen in die ESG-Bilanz ein, die Versicherer nachweisen müssen. Ein geringerer Papierverbrauch verbessert somit sowohl den tatsächlichen CO₂-Fußabdruck als auch die Zahlen im Nachhaltigkeitsbericht.
Digitalisierung als konkreter ESG-Hebel
Hier kommt die intelligente Dokumentenverarbeitung ins Spiel. Durch die Digitalisierung von eingehender Post, Schadensakten und der Kommunikation zwischen Versicherern und Maklern entfällt ein Großteil des Papieraufwands in der gesamten Prozesskette. Digitalisierte Akten erfordern weder Druckvorlagen noch Umschläge noch physischen Archivplatz.
Konkret bedeutet das:
- Eingehende Dokumente und E-Mails werden digital erfasst und direkt in den entsprechenden Workflow geleitet, ohne dass ein Zwischenschritt auf Papier erforderlich ist.
- Policen, Nachträge und Schadensakten werden elektronisch erstellt, ergänzt und gespeichert.
- Die Kommunikation zwischen Versicherer und Makler erfolgt über strukturierte digitale Nachrichten anstelle von Briefen und einzelnen E-Mails.
Jeder automatisierte Schritt, der Papier ersetzt, senkt unmittelbar den Verbrauch, die damit verbundenen Emissionen und das Abfallaufkommen. Für die ESG-Berichterstattung liefert dies zudem konkrete, nachvollziehbare Daten über die erzielten Einsparungen.
Hand und Maschine – mit Blick auf Nachhaltigkeit
Die Digitalisierung steht bei uns stets im Dienst zuverlässiger Prozesse. Wir verbinden die Effizienz der automatisierten Bearbeitung mit der Kontrolle durch menschliche Experten, sodass Schnelligkeit und Sorgfalt Hand in Hand gehen. Derselbe Ansatz, der die Bearbeitungszeit von Anträgen verkürzt, hilft Versicherern dabei, ihren Papierfluss strukturell abzubauen.
Auf diese Weise wird Nachhaltigkeit zu einem festen Bestandteil des Dokumentenflusses innerhalb des Unternehmens. ESG-Ziele und betriebliche Effizienz verstärken sich gegenseitig, und der Versicherer baut eine Kette auf, die sowohl schneller als auch umweltfreundlicher ist.
Bei Input for You betrachten wir Nachhaltigkeit und Digitalisierung als zwei Seiten derselben Medaille. Indem wir Dokumentenprozesse intelligenter gestalten, helfen wir Versicherern, ihren ökologischen Fußabdruck zu verringern und gleichzeitig ihre Berichterstattung glaubwürdig zu untermauern.
Möchten Sie erfahren, wie wir Ihnen dabei helfen können, Ihren Papieraufwand zu reduzieren und Ihre ESG-Berichterstattung zu untermauern? Nehmen Sie Kontakt mit uns auf und entdecken Sie, welche Vorteile eine intelligente Dokumentenverarbeitung für Ihr Unternehmen bieten kann.
Quellen
- GBO Services / GBO Cloud, Integration mit Brio (über 100 Millionen Rücksendungen pro Jahr in Belgien): gbocloud.be
- Leefmilieu Brussel, Wie und warum man im Büro weniger Papier verbraucht (Papierverbrauch pro Einwohner und pro Büroangestelltem): document.leefmilieu.brussels
- ScienceDirect, Vergleich verschiedener Methoden zur Schätzung des CO₂-Fußabdrucks von Büropapier (ca. 4 bis 5 Gramm CO₂ pro A4): sciencedirect.com
- Binnenlands Bestuur, Die Folgen des Druckens eines Blattes Papier (Wasser- und CO₂-Auswirkungen von Papier): binnenlandsbestuur.nl
- De Correspondent: Die Papierindustrie stößt mehr CO₂ aus als der Luftverkehr (5,61 TP3T des industriellen Energieverbrauchs): decorrespondent.nl
- VLAIO, Richtlinie zur Nachhaltigkeitsberichterstattung von Unternehmen (CSRD) (Gilt für Versicherer ab dem Geschäftsjahr 2024): vlaio.be
- PwC, Scope-3-Emissionen: Vier große Herausforderungen (indirekte Emissionen in der Wertschöpfungskette): pwc.nl